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Sehr
geehrter Herr Staatspräsident der Burundischen Republik,
mit großer
Freude wurde der demokratische Prozess, der durch das
Arusha-Abkommen und die darauf folgenden freien Wahlen
im August 2005 angefangen wurde, von den Bürgern Europas
und anderer Länder der Welt, die die Angelegenheiten
Burundis seit Jahren kennen und verfolgen, empfangen.
Die Lage der politischen Stabilität der vergangenen
Jahre lässt uns hoffen, dass die Entwicklung für die
Bevölkerung der Nordviertel Bujumburas und das gesamte
Land Burundi solide und dauerhaft ist. Alle Bemühungen
der jetzigen Regierung in Richtung Versöhnung und
Demokratisierung des Landes sind schätzenswert.
Das
burundische Volk legt dabei großen Mut an den Tag: Tag
für Tag versuchen die Burundier gemeinsam ihre große
Angst und das Misstrauen zu überwinden, die die Jahre
des Bürgerkrieges unter der Bevölkerung gesät haben.
Obwohl der Großteil von ihnen viel Unrecht erfahren hat,
stellt die ihn Bevölkerung momentan beiseite, um dieses
Kapitel endlich abzuschließen und einer friedlichen
Zukunft entgegen sehen zu können. Es gibt noch viele
Fragen, die die Leute stellen werden, um die
Vergangenheit erklären und rechtfertigen zu können. Doch
diese Fragestellungen müssen angegangen werden, wenn die
Burundier ein gänzliches Vertrauen ihrem Land, ihrer
Politiker, aber auch ihrer selbst und ihrer Nachbarn
gegenüber erlangt haben werden.
Das, was
heute am wichtigsten ist, ist der absolute Frieden und
der Kampf gegen jegliche Form von physischer und
moralischer Gewalt. Dies ist eine Forderung, die direkt
von den Jugendlichen und Erwachsenen aus den
Nordvierteln kommt, die sich begierig wünschen, sich
endlich in ihren Vierteln und Dörfern ruhig aufhalten
und herumgehen zu können. Diese Forderung wird auch auf
internationaler Ebene unterstützt.
Aus diesem
Grund wenden wir uns in aller Hochachtung an Sie und die
hohen Repräsentanten der politischen Parteien. Noch zu
häufig erreichen uns aus Burundi Nachrichten über
unnötige Tötungen, die aus banalen Gründen oder ohne
Rechtfertigung von bewaffneten Gruppen, Räuberbanden,
ehemaligen Soldaten und Rebellen des nachts verübt
werden. Das letzte Ereignis trug sich am 7. Mai zu, als
Herr Jérôme Nintereste, höchster Repräsentant des Centre
Jeunes Kamenge, seit 1992 beharrlicher Förderer der Wege
zum Frieden, zusammen mit seiner Frau und seinem Kind
ermordet wurde.
Es ist
unerfreulich zu erfahren, dass die Tötungsvorfälle auch
im Inneren des Landes noch sehr häufig vorkommen, wo
jede Woche Leute oder ganze Familien aus Rache oder
wegen wirtschaftlicher Motive umgebracht oder bedroht
werden, so dass sie fliehen müssen. Es gibt noch zu
viele Beispiele des Waffengebrauchs von Seiten der
Polizei und des Militärs, den wir unangebracht halten
und durch den die Bürger – so wird uns angetragen –
erschreckt werden.
Lieber
Präsident und liebe Repräsentanten der politischen
Parteien Burundis, wir bitten Sie, indem wir Ihnen
unsere höchste Mitarbeit und Unterstützung anbieten,
um die Wiederaufnahme der Arbeiten zur gesamten
Entwaffnung Burundis und um eine durchgehende und tief
greifende Kontrolle des illegalen Waffenverkehrs, der
weiterhin in das und aus dem Land führt. Wir denken,
dass sich die burundischen Bürger nicht nur durch ihre
Regierung auf ihrem Weg dem Frieden entgegen geschützt
und unterstützt fühlen werden, sondern sie werden
dadurch ein unerlässliches Vorrecht für die Schaffung
der Basis für die Entwicklung des Landes erhalten; eine
Entwicklung, die nur durch die Bedingung des engen
Vertrauens und der Mitarbeit zwischen den verschiedenen
Akteuren der Demokratie, den Führern und Bürgern,
möglich ist.
Wir legen
diesem Schreiben all die Unterschriften derjenigen bei,
die sich für die Lage in Burundi und all den anderen
Ländern, die in einer Situation des Krieges und der
Gewalt leben, interessieren und die sich dazu
entschlossen haben, diese Kampagne zu unterstützen.
In
Erwatung einer konkreten Antwort, verbleiben wir mit
herzlichen Grüßen und wünschen Ihnen aufrichtig alles
Gute für Ihre Arbeit.
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