Die Geschichte einer Unabhängigkeit

 

 

 

 

Im Jahr 1993, gleich nach den ersten demokratischen Wahlen in Burundi und dem erstmaligen Sieg der die Mehrheit vertretenden Partei, bricht der Bürgerkrieg aus. Der neue Präsident, Melchior Ndadaye, wird drei Monate nach seiner Ernennung während eines Putschs umgebracht. Seiner Ermordung folgt unmenschlicher Kriegsgräuel, der in wenigen Monaten den Tod von 300.000 Menschen und die Flucht von 2 Millionen Flüchtlingen, in einem Land mit nur 6 Millionen Einwohnern, mit sich bringt. Das Zentrum des Konflikts wird in der Peripherie der Hauptstadt Bujumbura, in den Nordvierteln, lokalisiert, wo die höchste demographische Konzentration der ärmsten Einwohner vorherrscht und wo die Rebellion organisiert wird. Die Spannungen und die ethnische Manipulation durch Parteien, erreicht in diesen Vierteln ein solch hohes Niveau, dass aus dem früher möglichen friedlichen Zusammenleben ein Bruderkrieg wird. So reiht sich die Bevölkerung in zwei sich feindlich gegenüberstehende Gruppen ein: auf der einen Seite gibt es Kamenge und Kinama, die eine Hutumehrheit haben und auf der anderen befinden sich Cibitoke und Ngagara, welche vorwiegend von Tutsi bewohnt sind.

 

 

 

Burundi wurde im Jahr 1962 unabhängig und bis 1993 wurde das Land immer vom Oberhaupt der gleichen Einheitspartei geführt, der sich häufig durch die Taten seiner Armee einen Namen gemacht hat. Immer wiederkehrende Massaker und Massenermordungen tauchen schon ab 1964 auf. Die Bevölkerung erinnert sich an von der Polizei organisierte, gestellte Treffen, von denen die Leute nicht mehr zurückkehrten oder an ethnische Säuberungen in Schulen.